Hund und Katze - geht doch !

HUND UND KATZE
- Wilhelm Busch (1832-1908) -
Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt, wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.

 

Eine ideale Bedingung, daß sich eine Freundschaft zwischen Hund und Katze entwickelt, ist dann gegeben, wenn beide Tiere miteinander aufwachsen. Welpen, die schon früh mit einer Katze Bekanntschaft gemacht haben, werden diese ihr Leben lang nicht als Beute betrachten.

Haben Sie einen erwachsenen Hund und eine kleine Katze kommt ins Haus, wird es in der Regel keine Probleme geben. Schwieriger wird es, wenn man einen kleinen Hund in ein Haus bringt, wo eine erwachsene Katze das Hausrecht hat. Da Katzen bekanntlich eigenwillig sind, wird diese im Notfall bereit sein, ihre älteren Rechte gegenüber dem Neuankömmling zu verteidigen.


Ebenso ist es für Hunde mit ausgeprägtem Jagdinstinkt schwieriger mit Katzen auszukommen, als für Gebrauchs- und Hütehunde.

Das erste Zusammentreffen der Tiere sollte in Ruhe verlaufen. Führen Sie Ihren Hund behutsam an die Katze heran, sprechen Sie dabei beruhigend auf beide Tiere ein. Setzen Sie die Tiere nicht einander gegenüber, das könnte Aggressionen und Angst erzeugen.

 

In der ersten Zeit dürfen die Tiere nie ohne Aufsicht bleiben, auch wenn sie sich ruhig verhalten. Das bedeutet noch lange nicht, daß die Fronten geklärt sind. Wenn Sie eine Unruhe oder Angst bemerken, lenken Sie Hund und Katze durch eine Fütterung ab. Aber bitte jeder in einem anderen Raum, so können sie einander immerhin riechen und verbinden damit eine angenehme Erfahrung. Zur Geruchsgewöhnung legen Sie jedem Tier etwas, das nach dem anderen riecht, ins Körbchen.

Die Freundschaft ist dann besiegelt, wenn der Hund freundlich mit dem Schwanz wedelt und die Katze ihren Kopf am Hund zu reiben beginnt. Wenn sich beide gegenseitig putzen, ist der Bann gebrochen.

Verstehen sich beide so gut, daß sie im gleichen Korb schlafen, füttern Sie doch bitte immer getrennt, weil beide ein unterschiedliches Freßverhalten haben. Der Hund frißt meistens sehr schnell, und die Katze relativ langsam - und nicht alles auf einmal.

 

Krankheiten, die von Hund auf Katze und umgekehrt übertragbar sind : Ohrräude, Hauträude, Bandwürmer, Salmonellen und Flohbefall. In diesem Fall sollten beide Tiere behandelt werden.

Die Katzenseuche bekommt der Hund nicht von der Katze und die Katze auch nicht vom Hund.

Hund und Katze gewöhnen sich an die "Fremdsprache" des anderen !

Der Schwanz ist erhoben / wedelt
Hält der Hund seinen Schwanz hoch, heißt das, "Vorsicht- ich bin stark". Bei der Katze bedeutet dies, daß sie freundlich gestimmt ist und gestreicht werden will. Wedelt der Hund mit dem Schwanz, ist er freundlich gestimmt, bei der Katze bedeutet es jedoch : "Achtung, ich bin in Angriffsstimmung".

Die Pfote wird gehoben
Die gehobene Pfote beim Hund bedeutet, daß er spielen oder gestreichelt werden will. Bei der Katze ist Vorsicht geboten, sie deutet an, einen Schlag zu verabreichen.

Die Rückenlage
Mit dieser Geste ergibt sich der Hund. Die Katze fühlt sich bedroht und zeigt ihre scharfen Krallen als Waffe.

Mit den Augen fixieren
Hunde starren einander nicht an, im Gegenteil, sie werden dann aggressiv. Katzen starren ihr Gegenüber an, um Kontakt aufzunehmen und durch bestimmte Blicke etwas zu signalisieren.

 

Die folgenden Bilder stammen aus meinem persönlichen Fotoalbum, größtenteils waren diese Tiere als Vermittlungstiere des Tierschutzvereins in meinem Haushalt, fast alle verhaltensgestört und keiner von Ihnen kannte den Umgang mit Tieren anderer Art ... aber mit viel Geduld und Zeit lernten auch sie, miteinander umzugehen.


(zum vergrößern bitte anklicken !)